BMC stellt Serien-Fertigung in Impec Factory ein

Praktisch unbeachtet von der Öffentlichkeit hat BMC der eigenen Rahmenfabrik in Grenchen neue Aufgaben zugewiesen. Die ursprüngliche Idee, im grossen Stil Carbonrahmen für den Verkauf zu fertigen, wurde dafür aufgegeben.

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Branche, 05.03.2015

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Das teuerste Produktionsprojekt der Schweizer Veloindustrie der letzten Jahrzehnte hat eine neue Aufgabe erhalten. Praktisch unbeachtet von der Öffentlichkeit hat BMC in den letzten Monaten die Serienfertigung in der Impec Factory in Grenchen heruntergefahren. Entsprechende Gerüchte, die seit letztem Herbst kursierten, erhielt Cyclinfo von der Geschäftsleitung der BMC Group bestätigt.
Verwirklichung von Ingenieursträumen

Stattdessen werden die vollautomatischen Produktionsanlagen für Carbonrahmen nun als Forschungs- und Entwickungszentrum unter dem Namen Impec Advanced R&D Lab genutzt. Mit dieser Infrastruktur soll es dem Schweizer Velokonzern möglich sein, innert weniger Tage fahrbare Prototypen zu bauen. Dank den vorhandenen Maschinen, Werkzeugen, Prüfständen und Entwicklungsprogrammen können neue Modelle losgelöst von allen bisherigen Entwicklungen entworfen werden. Dies wurde von BMC bereits zur letzten Eurobike bekannt gegeben, wo ein erster Prototype aus der umgenutzten Impec Factory vorgestellt worden war.
An der Eurobike 2014 wurde bereits eine technisch weit vorausblickende
Konzeptstudie  aus der umgenutzten Impec Factory vorgestellt.
Harziger Start nach vielbeachteter Eröffnung
Ursprünglich war die Impec Factory als Hightech-Fabrik für Carbonrahmen gebaut worden. BMC-Investor Andy Rihs wollte sich damit aus der Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern lösen und die Fertigung von hochwertigen Velorahmen in der Schweiz wiederbeleben. Zur Umsetzung dieser Idee investierte der Unternehmer 40 Millionen Franken für den Aufbau einer computergesteuerten Fertigung, in der praktisch alle Arbeitsschritte automatisch hätten ablaufen sollen. Die anfangs angepeilte Auslastung von bis zu 25'000 Rahmensets pro Jahr konnte die Fabrik nach der prunkvollen und vielbeachteten Eröffnung im Sommer 2010 jedoch nicht annähernd erreichen. Technische Probleme machten zusätzliche Investitionen notwendig und verzögerten den Start der Serienfertigung um mehr als ein Jahr.
In der Produktpalette 2015 von BMC ist kein
reguläres Impec-Modell mehr erhältlich. Nur einige hundert Rahmen pro Jahr
Als die ersten Impec Rennräder Anfang 2012 dann ausgeliefert wurden, schränkten das polarisierende Design des gemufften Rahmens und der hohe Preis die Käuferschaft ein. In der Saison 2014 musste ein Liebhaber 11'000 Franken für das günstigste Komplettvelo hinblättern, das Rahmenset war mit 6'600 Franken veranschlagt. Bereits Ende 2013 war klar, dass das Projekt die einst geweckten Hoffnungen nicht erfüllen kann. Rihs bezifferte damals gegenüber dem Velojournal die Anzahl der hergestellten Rahmen auf einige Hundert pro Jahr. Offenbar war das zu wenig, um die Fixkosten der Fabrik für die Serienfertigung weiter zu rechtfertigen. Zur Saison 2015 wurde das Modell Impec aus dem regulären Lieferprogramm von BMC gestrichen. www.impec-lab.comwww.bmc-switzerland.com

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