An der Eurobike präsentierte Bosch eBike Systems als Marktführer bei elektrischen Hilfsantrieben für E-Bikes nur Innovationen im Bereich der Software. Darüber hat Cyclinfo bereits zeitnah berichtet. Die Informationen zu Neuerungen bei der Hardware blieben noch bis Ende September unter Verschluss, was angesichts der aktuellen Marktsituation ein cleverer Schachzug war. Denn so blieben Distributoren wie Fachhandel drei Monate mehr, um die Überfluss vorhandene Lagerware abzuverkaufen. Nun aber ist es so weit und die Neuheiten zum neuen Performance Line CX werden bekannt.

Aus sechs mach vier: Bosch eBike Systems ändert auf das Modelljahr 2025
hin die Aufnahme des «Performance Line CX»-Motors am Rahmen.
Aus Sicht der Branche ist die Meldung am wichtigsten, dass die Aufnahme vom Performance Line CX als dem in der Schweiz mit Abstand meist verkauften Mittelmotor auf das Modelljahr 2025 hin von sechs auf vier Schrauben wechselt - wie dies bereits beim leichteren Performance Line SX der Fall ist. Selbstverständlich waren E-Bike- und Rahmenhersteller darüber schon länger informiert. Aber noch nicht aufgebaute, bereits gefertigte Rahmen lassen sich somit nicht mehr mit dem neusten Mittelmotor mit der Modellbezeichnung BDU38 (CX) als neues Modell aufbauen.

Bosch eBike Systems-CEO Claus Fleischer bei der Präsentation am Firmenhauptsitz.
Aber das ist natürlich noch längst nicht alles, was die Neuerungen betrifft: Zur Feier des 10-Jahre-Jubiläums vom «Uphill Flow» und der Entwicklung von für E-Mountainbikes optimierten Antrieben will Bosch eBike Systems nichts geringeres, als die Vorstellungen des Fahrbaren nochmals deutlich zu verschieben. «Es geht dabei um mehr als nur mechanische Unterstützung: Wir streben nach der perfekten Kombination von Mensch und Maschine, nach dem idealen Mix von Kraft und Kontrolle», versprach Bosch eBike Systems-CEO Claus Fleischer beim Ortstermin in Reutlingen.

Während die technischen Eckdaten weit gehend unverändert bleiben, gibt es beim
Innenleben durchaus einige Unterschiede, wie die beiden Schnittmodelle zeigen.
Dabei bleiben die technischen Eckdaten weit gehend unverändert: Auch die BDU38-Einheit liefert ein maximales Drehmoment von 85 Nm sowie maximal 600 Watt in der Spitze und vervielfacht dabei die Leistung des Menschen um bis zu 340 Prozent. Das kommt der Reichweite wie der Lebenserwartung des Innenlebens vom Motor zugute. Dafür konnte das Gewicht der Motoreinheit um rund 100 g auf neu 2.8 kg gesenkt werden. Dank Feinarbeit am Innenleben soll der neue Motor viel weniger Geräusche machen, wenn man ohne zu treten bergab fährt.

Mit dem «Hill Start Assist» soll der «Uphill Flow» bisher unbekannte Dimensionen erreichen.
Um besonders knifflige Sektionen berghoch im Fahren meistern zu können (der «Uphill Flow» lässt grüssen), ergänzt Bosch eBike Systems den bewährten Extended Boost um einen «Hill Start Assist», der ein Zurückrollen beim Anfahren am Berg unterbindet. Auch die Ausweitung der E-Shift-Technologie auf sportliche 12-Gang-Kettenschaltungen soll dazu beitragen, die Grenzen des berghoch Fahrbaren weiter zu verschieben. Für die Abfahrten hat Bosch eBike Systems zusammen mit Magura die ABS-Funktion noch weiter verbessert - dazu wird Cyclinfo eine separate Meldung bringen.

Die neuen Powertube-Batterien (oben) sind gleich lang und setzen dank der
Verwendung von 21700er-Zellen neue Massstäbe bei der Energiedichte.
Spannend sind die neuen Powertube-Batterien: Mit 600 Wh oder 800 Wh erhältlich, bauen beide Versionen gleich lang und unterscheiden sich nur beim Gewicht und Durchmesser. Dank leichterer Gehäuse wiegen beide Einheiten mit 3.0 kg (600 Wh) beziehungsweise 3.9 kg (800 Wh) rund 500 g weniger als die Vorgängermodelle. Der Verzicht auf das schwarze Finish hilft Energie und Chemie sparen, und die Batteriegehäuse wie die Aufnahmen sind aus rezyklierten Materialien gefertigt - ein Beitrag zur Nachhaltigkeit der neusten Produktgeneration von Bosch eBike Systems.
Fotos: zVg Bosch eBike Systems (2), LvR (4)


