Wie die Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato (AGCM) per Pressemitteilung meldet, soll überprüft werden, ob Bosch eBike Systems seine beherrschende Stellung auf dem europäischen Markt für Antriebssysteme für E-Bikes missbraucht hat. In der Eröffnungsentscheidung der Behörde wird Bosch eBike Systems insbesondere vorgeworfen, die elektrische und digitale Interoperabilität zwischen seinen Antriebssystemen und dem von Blubrake S.p.A. hergestellten ABS für E-Bikes nicht zugelassen zu haben, und zwar offenbar ohne triftige Gründe. Nach Ansicht der Behörde könnte ein solches Verhalten den einzigen Wettbewerber von Bosch auf dem sich entwickelnden europäischen Markt für ABS für E-Bikes ausschliessen und damit den Wettbewerb beeinträchtigen.

Der italienische Anbieter Blubrake hat sein ABS-System zusammen mit Tektro entwickelt.
Die zweite Generation wurde im Sommer 2021 lanciert und ist einfacher zu montieren.
«Kooperieren vollumfänglich»
Auf Anfrage des deutschen B2B-Portals velobiz.de bestätigt Bosch, dass die Wettbewerbsbehörden eine Untersuchung gegen den Geschäftsbereich Bosch eBike Systems eingeleitet haben. Weiter heisst es in einer Stellungnahme von Bosch: «Zu einem unserer wichtigsten Grundsätze gehört die Beachtung von Recht und Gesetz. Bosch kooperiert vollumfänglich mit den Behörden.» Da es sich um ein laufendes behördliches Verfahren handle, bitte man um Verständnis, dass man sich aktuell nicht weiter zum Sachverhalt äussere. Die italienische Behörde teilt zudem mit, dass in den vergangenen Tagen Inspektionen durchgeführt wurden.

An der Eurobike 2022 zeigte Shimano erste Scheibenbremsen, die mit der
ABS-Technologie des italienischen Anbieters Blubrake harmonieren.
Dabei habe es Unterstützung von Beamten der deutschen und niederländischen Wettbewerbsbehörden bei Untersuchungen in den ausländischen Geschäftsräumen von Bosch und anderen Parteien gegeben. Mit Hilfe der Spezialeinheit für Kartellrecht der Guardia di Finanza seien auch Nachprüfungen in den Geschäftsräumen in Italien durchgeführt worden. Ein ausführliches Dokument zu den Massnahmen hat die Behörde AGCM auf ihrer Website (Link) in italienischer Sprache veröffentlicht. Dort ist als Frist für den Abschluss der Ermittlungen der 31. Dezember 2024 genannt.
Fotos: zVg Blubrake


